Workshop-Reihe „Feministische Perspektiven auf Ökonomie“

Gemeinsam mit dem AK Feministische Theorien Freiburg haben wir eine Workshopreihe zu Feministischen Perspektiven auf Ökonomie auf die Beine gestellt.

Anmeldung an info@feministische-theorien-freiburg.de

Am ersten Termin beschäftigren wir uns mit einer Einführung in die Feministische Ökonomische Forschung. Zu Gast war Dr. Katharina Mader von der Wirtschaftsuniversität Wien. Gemeinsam blickten wir in die Vergangenheit, um einen historischen Überblick zu bekommen.
Es wurden Entwicklungen und Definitionen aufgezeigt und herausgearbeitet, dass es die eine Feministische Ökonomie nicht gibt. Anhand dreier Dimensionen beleuchteten wir wesentliche Aspekte der Feministischen Ökonomie:
1. anhand des Menschenbilds der Ökonomie
2. anhand der Methodologie der Ökonomie
3. anhand des Arbeitsbegriffs
Im Bereich des Arbeitsbegriffs wurde ein Fokus auf den feministischen Arbeitsbegriff, den der Care-Arbeit gelegt und Abgrenzungen zur Reproduktionsarbeit und der unbezahlten Hausarbeit genauer betrachtet.

In unserem zweiten Workshop am 22.6.21 um 20 Uhr geht es um das Thema Materialistischer Feminismus und Soziale Reproduktion. Friederike Beier von der Freien Universität Berlin und Mitglied bei den Politologinnen wird den Workshop leiten.

Die Widersprüche des Kapitalismus kommen in der Corona-Krise
besonders offensichtlich zur Geltung: Während wir derzeit noch mehr als sonst auf die Sorge anderer angewiesen sind, wird Care-Arbeit gesamtgesellschaftlich gleichzeitig abgewertet. Reproduktive Arbeit findet sowohl unbezahlt als auch bezahlt unter prekären Bedingungen statt und wird vor allem von Frauen* geleistet. Ein materialistischer Feminismus setzt sich mit der widersprüchlichen Rolle der sozialen Reproduktion auseinander. Geschlechterungleichheit basiert demnach hauptsächlich auf der Trennung von Reproduktion und Produktion im Kapitalismus. Feministische Kämpfe sollten daher die Reproduktion des unmittelbaren Lebens ins Zentrum ihrer Auseinandersetzung stellen, um Geschlechterverhältnisse nachhaltig zu verändern.

Der Vortrag im ersten Teil des Workshops führt in die Theorie und Praxis eines materialistischen Feminismus ein und setzt sich mit der Rolle der sozialen Reproduktion in der kapitalistischen Wirtschaftsweise auseinander. Anschließend wird eine offene Diskussions- und Fragerunde stattfinden.

Zugangsdaten: Zoom Meeting https://us02web.zoom.us/j/6184994612?pwd=OGM1dGdUVDNmaTF6SjV5dU5CSnV2dz09
Meeting ID: 618 499 4612
Passcode: pluraleoek

Semesterplan für das SoSe 2021 steht fest!

Zwei Wochen im Semester und unser Semesterplan steht. Naja fast… 🙂

Wie ihr dem oberen Bild entnehmen können, haben wir einiges vor dieses Semester. Bei allen Veranstaltungen freuen wir uns über zahlreiches Kommen. Dazu einfach eine Mail an pluraleoekonomik_freiburg@posteo.de schreiben und ihr seid dabei!

Dieses Semester widmet sich ganz dem Thema „Geld“ und besteht aus mehreren Teilen.

  1. Eine Ringvorlesung mit drei Veranstaltungen „More Money More Problems?“ (gelb markiert, weitere Infos weiter unten)
  2. Eine Workshop Reihe in Kooperation mit dem AK Feministische Theorien als Vorbereitung auf die Degrowth-Konferenz im August (violett markiert)
  3. wöchentliche interne AK-Treffen. Diese sind abwechselnd in Orga- und Input/Workshop aufgeteilt.

Ringvorlesung Sommer 2021

Im Sommersemester werden wir als AK verschiedene Blickwinkel auf das große, teils persönliche, in jedem Fall wichtige Thema Geld werfen und neben eigenen Inputs und Diskussionsformaten auch externe Expert:innen zu unserer Vorlesungsreihe „More money, more problems? Perspektiven auf Geld und seine Wirkungsmacht“ einladen.
Auf den ersten Blick begegnet uns Geld vor allem im Alltag, ob als Bargeld im Geldbeutel, auf dem Kontoauszug oder als Rechnung im Restaurant. Die systemischen Dimensionen bleiben dabei oft im Hintergrund. Deshalb wollen wir in drei öffentlichen Veranstaltungen die gestaltende Funktion vom Mittel Geld in der Gesellschaft und Welt auf plurale Weise beleuchten

Wir möchten Sie/Euch hiermit zu den Online-Veranstaltungen einladen. Die Formate sind für alle Interessierten offen: Die Vorträge der Referierenden werden auf YouTube live gestreamt, im Anschluss folgt eine Diskussion per Zoom, in der Sie/Ihr direkt mit den Referierenden in Austausch treten können.

Programmübersicht:

Donnerstag, 6.5.21 18 Uhr
„Geld, Geldverfassungen und Geldsysteme seit 1918“
mit Dr. Ekkehard Köhler (Eucken Institut, Uni Siegen)
Was ist Geld? Eine vermeintlich einfache Frage, zu der es über die Jahre hinweg verschiedene Antworten gab. Unsere Geldordnungsvorstellungen haben sich in den letzten 100 Jahre häufig gewandelt und führten früher regelmäßig zu Diskussionen. Einige der Ideen sind auch heute wieder modern und werden von Verfechter:innen einer neuen, gerechteren Geldordnung beworben. Aber was genau sind Vollgeld, Warengeld oder Regionalgeld eigentlich? Wie blickten Wissenschaft und Gesellschaft im Laufe der Zeit auf sie? Und welche Chancen bieten sie möglicherweise für die Zukunft?
Livestream: https://www.youtube.com/watch?v=Go1CwGWpkxI

Donnerstag, 10.6.21 18 Uhr
„Das Krisenmanagement der Zentralbanken und die distributiven Effekte der unkonventionellen Geldpolitik“mit Prof. em. Ph.D. Brigitte Young (WWU Münster)
„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen“, so die EZB-Präsidentin Christina Lagarde zur aktuellen Policy der Europäischen Zentralbank. Aber wie agiert eine Zentralbank und was ist ihre veränderte Rolle in der aktuellen Krise? Wie wirken sich unkonventionelle Maßnahmen wie Quantitative Easing aus? Diesen großen Fragen der Geldpolitik wird sich Prof. Brigitte Young in ihrem Vortrag widmen. Besonders die neue Debatte über bisher unbeachtete Verteilungseffekte solcher Maßnahmen und damit einhergehende normative Fragen zu Ungleichheit, Genderaspekten und langfristig ausgerichteter Klimapolitik werden beleuchtet. Livestream: https://www.youtube.com/watch?v=hF-Pr35xEWs

[Bitte bei Verwendung entsprechend zitieren!]

Donnerstag, 1.7.21 18 Uhr
„Das Bedingungslose Grundeinkommen – Befreiungsschlag von der Arbeit oder Weg in die Faulheit?“
mit Valentin Seehausen (Freiburg Institute for Basic Income Studies)
Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) beschäftigt Sozialreformer:innen und Wissenschaft schon seit einigen Jahrzehnten. Durch aktuelle Experimente und ein breiter werdendes Spektrum politischer Unterstützung gewinnt das BGE an Relevanz für die transformativen Wirtschaftswissennschaften. In diesem Vortrag wird Valentin Seehausen, Doktorand am FRIBIS eine Einführung in das grundsätzliche Konzept eines BGE geben. Zusätzlich wird er Ausgestaltungsmöglichkeiten des BGE, einige konkrete Konzepte und Forschungsvorhaben vorstellen. Anschließend werden Forschungsfragen im Sinne einer pluralen Ökonomik erörtert und mögliche Abschlussarbeitsthemen für die Zuhörenden erörtert.
Livestream: https://www.youtube.com/watch?v=TpaKwwm4CCk

Es dreht sich alles nur ums Geld!

„Es gibt Leute, die gut zahlen, die schlecht zahlen, Leute, die prompt zahlen, die nie zahlen, Leute, die schleppend zahlen, die bar zahlen, abzahlen, draufzahlen, heimzahlen – nur Leute, die gern zahlen, die gibt es nicht.“ Dieses Zitat von Georg C. Lichtenberg, einem Mathematiker und Aphoristiker, stellt pointiert dar, welchen Stellenwert Geld und Sparen in der individuellen Entscheidungsfindung haben. Einen immensen!

Letzten Endes ist Geld ein „gesellschaftliches Arrangement“. Es beruht auf der Annahme, dass die numerischen Preise von allen Seiten als Tauschwert angenommen werden. Heute gibt es zahlreiche Formen von Geld: Münzgeld, Papiergeld, Buchgeld und immer wichtiger: das Giralgeld. Geld ist längst nicht mehr nur ein realwirtschaftliches Gut, sondern wird spekuliert an großen Schaltstellen der Finanzwirtschaft. Wie können wir „Geld“ verstehen, was bewirkt es, welche Mechanismen gibt es, wie sehen plurale Konzepte aus?

Man sagt: „Geld regiert die Welt.“ Das wollen wir verstehen und auf den Prüfstand stellen. Das kommende Sommersemester 2021 wollen wir Plural@s aus Freiburg also genau diesem Thema widmen.

Dazu haben wir in mehreren Strategietreffen ein Konzept entwickelt und eine Gliederung vorgenommen. Die Brainstorming-Sammlung ist im Bild oben zu sehen. Wir werden auch, wie in den vorherigen zwei Semestern eine Ringvorlesung veranstalten, die dann thematisch entlang der Geld-Themen gelegt werden. Die drei bis vier Veranstaltungen müssen allerdings noch gesetzt werden. Mehr Infos kommen! 🙂

Also seid dabei im kommenden Semester, wenn wir uns jeden Mittwoch um 19 Uhr über Geld unterhalten!! Unsere Treffen sind öffentlich für jeden zugänglich. Einfach eine E-Mail an pluraleoekonomik_freiburg@posteo.de schreiben und ihr seid dabei. Wir freuen uns über zahlreiche Gesichter!

Veranstaltungshinweis: Feministische Ansätze für eine nachhaltige Wirtschaft – 21.01.21 um 18 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Anna Saave (Soziologie, Uni Jena).

Müssen wir unsere Wirtschaft aus feministischer Perspektive neu denken? Welche Geschlechterrollen und Ungleichheiten werden von unserem Wirtschaftssystem stets untermauert? Und was hat das mit der Unterbezahlung von Pfleger*innen und Erzieher*innen zu tun? Können, oder müssen wir sogar, auf der Suche nach einer Lösung die ökologischen Auswirkungen der aktuellen Wirtschafteweise einbeziehen? ​​​​Wie und warum sollten feministische und ökologische Perspektiven zusammen- (und nicht nebeneinander her) gedacht werden, um einen Wandel der Wirtschaft zu gestalten? Wir werden uns diese Fragen nicht nur stellen, sondern auch ein Spektrum von möglichen Lösungswegen und Transformationsstrategien aufmachen.

Abschlussveranstaltung der Online-Ringvorlesung „Ist das Wirtschaft oder kann das weg?“ im WiSe 2020/21, organisiert von den studentischen Gruppen Plurale Ökonomik und Nachhaltigkeitsbüro Uni Freiburg. Sei dabei unter: https://www.youtube.com/watch?v=eZ3pGjf12Ss

Veranstaltungshinweis: Finanzwesen und Nachhaltigkeit vereinen – 10.12.20 um 18 Uhr

Am 12.10. steht die zweite Veranstltung unserer Ringvorlesung auf der Agenda. Nachdem die erste Veranstaltung mit Stefan Wolf von der Uni Siegen sich um das Thema Nachhaltigkeitsökonomik und den Gerechtigkeitsbegriff gedreht hat (Aufzeichnng verfügbar auf unserem YouTube-Konto „Plurale Ökonomik FR“), wollen wir am 10.12. über das Finanzwesen reden.

Was passiert eigentlich mit dem großen Geld? Was bedeutet meine Geldanlage für Umwelt und Wirtschaft? Diese und viele weitere Fragen stellen sich Otto Normalverbraucher*innen. Aber auch in der Wirtschaftsdiskussion bleibt spannend, wie ein teilweise stark entkoppeltes Finanzwesen und Nachhaltigkeit vereinbar sind. Dies wollen wir mit unseren Gästen Kristina Jeromin (Geschäftsführerin des Green and Sustainable Finance Cluster Germany) sowie Wilfried Münch (Regionalleiter der GLS Bank Baden-Württemberg) und Jan Köpper (Head of Transparency & Sustainability der GLS Bank Bochum) diskutieren.

Wie schaffen wir die wirtschaftliche Transformation? Wie können wir den ökologischen Fußabdruck des Finanzwesens sichtbar machen? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Finanzwirtschaft klimagerechter werden zu lassen? Und wie geht man mit den drohenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Finanzstabilität um?

Es wird die Möglichkeit geben, schriftlich Fragen zu stellen, die dann in der Diskussion mit den Referierenden aufgegriffen werden.

Link: https://www.youtube.com/watch?v=-4UEix5ooUY

Veranstaltung am 19. November, 18 Uhr: Auf dem Weg in eine zukunftsgerechte Gesellschaft

Klimawandel, Artensterben, Ressourcenausbeutung: Was wir heute tun, entscheidet, in welcher Welt unsere Kinder morgen leben. Haben wir Verantwortung für zukünftige Generationen? Wie treffen wir zukunftsfähige Entscheidungen und welche Rolle kann die Nachhaltigkeitsökonomik dabei spielen?

„Ist das Wirtschaft oder kann das weg?“ Dies wird Thema unserer Online- Ringvorlesung sein, die wir gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsbüro Freiburg dieses Wintersemester organisieren. Der erste Termin findet schon nächste Woche statt: unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeitsökonomik und des Gerechtigkeitsbegriffs sprechen wir in der Auftaktveranstaltung mit Dr. Stephan Wolf (Kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung, Uni Siegen) über eine zukunftsgerechte Gesellschaft.

Termin: nächsten Donnerstag, 19.11.20, 18 Uhr live auf Youtube https://www.youtube.com/watch?v=KRkxKyzRDy4&t=0s

Veranstaltung am 14. Juli 18Uhr: Transformation – Von der Idee zur Umsetzung

Transformation

Wohin wollen wir als Gesellschaft?

Diese Frage ist durch die Corona-Pandemie einmal mehr aufgeworfen – die Antworten darauf sind vielfältig und zahlreich. Wie aber kann aus der aktuellen Krise eine sozialökologische und ökonomische Transformation hervorgehen? Wirkt diese dabei als Katalysator oder als Hemmung? Durch welche Ideen und Projekte kann eine gesellschaftliche Transformation konkret gestaltet werden? Darüber sprechen wir mit Marc Saxer von der Friedrich-Ebert-Stiftung, der mit uns die polit-ökonomische Perspektive beleuchtet und sich damit beschäftigt hat, wie Transformationen methodisch umgesetzt werden können. Jun. Prof. Sina Leipold forscht an der Uni Freiburg zu gesellschaftlicher Transformation und Kreislaufwirtschaft und wird transformatives Gestalten in Bezug zum Thema Nachhaltigkeit in den Blick nehmen. Nach Inputs der beiden wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben.

Zugang über diesen Link: Youtube -Live-Stream